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Veschwundenes Wolschan (Olšany)

Standort: Grünanlage und Beet gegenüber dem Hotel Olšanka, vor dem Parterre des Plattenbaus in der Straße Olšanská  

Olšany (Wolschan) ist eine Dorfwüstung auf dem Territorium des heutigen Žižkov und Vinohrady (Weinberge), an die nur noch die Namen Olšanská ulice (Wolschaner Straße), Olšanské náměstí (Wolschaner Platz), Olšanské hřbitovy (Friedhöfe Olšany) erinnern. Erstmals wurde der Ort um das Jahr 1306 urkundlich erwähnt.  Im Verlaufe der Jahrhunderte wechselte das Dorf die Besitzer, nach dem Ausbruch der Pestseuche in Prag im Jahre 1680 richteten die Prager Städte in Olšany drei Pestfriedhöfe ein - den Altstädter Friedhof mit der frühbarocken Kirche des hl. Rochus aus dem Jahre 1682, den Neustädter Friedhof mit der barocken Hl.-Kreuz-Kirche (heute Konzertkirche Atrium in Žižkov), errichtet in den Jahren 1717-1719 nach einer weiteren Pestepidemie, und den jüdischen Friedhof (Alter jüdischer Friedhof in Žižkov).  In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verschmolz das Dorf im Wesentlichen mit dem sich entwickelnden Žižkov. Entlang der heutigen Olšanská und im Bereich der Kreuzung gab es mehrere Teiche, die später zugeschüttet wurden. Auch der Wolschaner Bach (Olšanský potok), der quer durch die Gemeinde floss, wurde unter die Erde geleitet. 

Die Stadtsanierung in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts bedeutete das definitive Ende der der letzten Relikte der Ortschaft Olšany und des alten Žižkov, woran bis heute ein im Innenblock der Plattenhäuser zwischen den Straßen Ondříčkova und Kubelíkova aufgestellter Stein mit der Inschrift „Eröffnung der Umgestaltung von Žižkov, Oktober 1978“ erinnert.    Zur Durchsetzung der Sanierung trug zu Beginn der 70er Jahre unglücklicherweise der Bau des Tunnels für die Telefonkabelverbindung von der Fibich-Straße (Fibichova ulice) in die damals in Bau befindliche Telekommunikationszentrale hinter den Friedhöfen Olšany bei, als an der Ecke der Straße Táboritská infolge der Bauarbeiten die Statik der Häuser ins Wanken geriet und die Menschen sofort evakuiert werden mussten.   Die Abrissarbeiten sollten gemäß den ersten Sanierungsplänen bis zur Kreuzung U Bulhara erfolgen, mit Ausnahme des funktionalistischen Allgemeinen Pensionsinstituts, heute des Hauses Radost (Freude). Eines der Argumente für einen derart radikalen Eingriff war die zunehmende Verkehrsdichte in den Prager Straßen, durch Žižkov sollte die Ausfahrtstraße in Richtung Osten geleitet werden, die mächtige Žižkover Radiale, welche die heutige Straße Olšanská bis zur Kreuzung U Bulhara verlängert und dort die Nord-Süd-Magistrale gekreuzt hätte. Man rechnete mit dem umfangreichen Abriss der heutigen Seifert-Straße (Seifertova) oder der Hussitenstraße (Husitská), wobei selbst der Abriss des Masaryk-Bahnhofs in Erwägung gezogen wurde. Dem neuen Bauvorhaben sollten das Žižkover Rathaus, das Stadion des FC Viktoria Žižkov, Schulen sowie ganze Blöcke der sog. Pawlatschenhäuser weichen. Über das Gebiet von Žižkov wurde eine Bausperre verhängt, die Häuser sollten schrittweise gänzlich verwahrlosen und unbewohnbar werden. Die Absicht und der Umfang der Sanierung Žižkovs wurde im Jahre 1973 genehmigt, als erste gingen die Häuser in der Umgebung des heutigen Wolschaner Platzes (Olšanské náměstí) zu Boden, einschließlich der alten Wolschaner Schule, der ältesten auf dem Gebiet Žižkovs, in der seit dem Jahre 1838 unterrichtet worden war. An der Stelle der alten Bebauung entstanden zu Beginn der 80er Jahre das Hotel Olšanka und ihm gegenüber das massive Bauwerk eines weiteren Plattenbaus mit Geschäften im Parterre. Žižkov war nunmehr das erste und einzige innere Stadtviertel, das auf seinem Gebiet einen Plattenbausiedlung hat. Der Umstand, dass nicht das ganze alte Žižkov abgerissen wurde und die Plattenbauten lediglich in der Umgebung des Wolschaner Platzes (Olšanské náměstí) und des Comenius-Platzes (Komenského náměstí) stehen, ist der zwischenzeitlichen Verzögerung in der Baurealisierung und der politischen Wende zur Neige der 80er Jahre zu verdanken.  Die letzten Häuser in Žižkov wurden noch zu Beginn der 90er Jahre abgerissen. 

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