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Nostalgie der Pawlatschenhäuser

Standort: Kostnické náměstí (Konstanzer Platz), kleiner Park

Der von Mietshäusern umgebene Platz wurde im Jahre 1889 angelegt, von Anbeginn trägt er den Namen Kostnické náměstí (Konstanzer Platz) zur Erinnerung an Meister Jan Hus, den christlichen Theologen, Prediger und Reformator, der in der deutschen Stadt Konstanz durch das kirchliche Konzil verurteilt und am 6. Juli 1415 vor der Stadtmauer verbrannt wurde. Aufgrund des abschüssigen Žižkover Geländes hat der Platz zwei Höhenniveaus.   Der kleine Park entlang der längeren Seite nach Süden liegt einige Meter niedriger als die Fahrbahn auf der nördlichen Seite, sodass er rundum von einer kleinen Steinmauer umgeben ist.  Hinter der Trafostation auf der westlichen Seite des Platzes ist die Unebenheit durch eine Treppe gelöst. Er ist daher ein anschauliches Beispiel dessen, mit welch kompliziertem Terrain sich die Architekten und Stadtplaner an vielen Orten Žižkovs auseinandersetzen mussten. Vom Platz gegen sternförmig sechs Straßen aus: nach Norden die Jeronýmova und weiter im Uhrzeigersinn die Straßen Dalimilova, Štítného, wo im Haus Nr. 520 das berühmte Jára-Cimrman-Theater sein Domizil hat, Blahníkova, Husinecká und Orebitská. Der Platz ist von Mietshäusern umringt. In den Jahren 2018 und 2019 erfolgte eine Revitalisierung, die sowohl die hochgewachsenen Bäume im kleinen Park, als auch das gusseiserne, zum Teil Originalgeländer um ihn herum und bei den Stufen hinter der Trafostation bewahrte.

Ein Phänomen dieses Teils Žižkovs sind die sog. Pawlatschenhäuser, Vertreter der für die Masse bestimmten Mietwohnungen des 19. Jahrhunderts. Durch die Schlichtheit ihrer Konstruktion und Funktion waren sie für den schnellen und billigen Bau prädestiniert, der auf den wachsenden Wohnungsbedarf in den Prager Vorstädten, zu denen auch Žižkov gehörte, reagierte. Die hiesige Errichtung dieses Wohnungstyps begann in der Mitte der 60er Jahre des 19. Jahrhunderts. Die älteste, erhalten gebliebene Bebauung mit überwiegend Pawlatschenhäusern befindet sich im Gebiet, welches durch den Konstanzer Platz (Kostnické náměstí), den Havlíček-Platz (Havlíčkovo náměstí) und durch die Straßen Husitská und Rokycanova abgegrenzt wird. Der einheitliche, typologische Stil der Objekte bildet eine kompakte Lokalität der Mietshäuser. Die Blöcke sind in einem steilen Hang situiert, der Bebauungsgrad der Parzellen ist hoch, die Innenblöcke sind unter dem baulichen Aspekt beengt angeordnet. Die meisten, im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts erbauten Häuser waren höchstens dreigeschossig, zur Wende des 19. und 20. Jahrhunderts wurden die Gebäude bis um zwei weitere Etagen aufgestockt. Die Pawlatschenhäuser hatten in der Regel im Souterrain Kellerkojen, im Erdgeschoss befanden sich kleine Läden und handwerkliche Werkstätten, in den oberen Stockwerken befanden sich die Wohnungen. Ebenso gab es im Haus auch einen Boden für das Trocknen der Wäsche. Der Grundriss der Wohnungen war gewöhnlich 9x4 Meter, gegliedert in die zum Hof weisende Küche und ein Zimmer zur Straße. Der Zugang zur Wohnung erfolgte über einen offenen (Lauben-) Gang (die sog. Pawlatsche) von der Seite der Hoffassade aus, der auch der Lüftung und der Beleuchtung der Küche diente, wobei auf der Pawlatsche, im Unterschied zum Zimmer, das dem Wohnzweck vorbehalten war, die hauptsächlichen häuslichen Arbeiten verrichtet wurden.  Die Höhe der Decken betrug dreieinhalb bis vier Meter. In den Häusern, geschweige denn in den Wohnungen, gab es in der Regel keine Wasserleitung. Trinkwasser wurde am häufigsten aus einem Brunnen mit einer Pumpe im Hof geschöpft. Nach der Einführung der öffentlichen Wasserleitung wurde ein Steigrohr im gesamten Haus installiert, wobei es auf der Pawlatsche gewöhnlich in jedem Stockwerk einen Ausguss und einen Wasserhahn gab. In den Öfen wurde mit festen Brennstoffen geheizt, die Toilette befand sich am Ende der Pawlatsche bei der Giebelwand des Nachbarhauses. Der kleine Hof war zumeist mit Schuppen bebaut.

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