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Geistliches Leben des Stadtteils Žižkov

Standort: Atrium in Žižkov, Grünanlage im Vorfeld

Ab dem 14. Jahrhundert, als auf Geheiß des böhmischen Königs Karl IV. das Gebiet im Umkreis von 3 Meilen rund um Prag mit Weingärten bepflanzt wurde und die ersten Weinbaugehöfte entstanden, oblag die geistliche Verwaltung und die Aufsicht über die Einwohner dem Pfarrer der Kirche des hl. Heinrich (Jindřich) und der hl. Kunigunde (Kunhuta) in der Prager Neustadt, in der Straße Jindřišská ulice.

Der chronologisch älteste Kirchenbau auf dem Gebiet Žižkovs ist daher erst die frühbarocke Kirche des hl. Rochus, die jedoch ursprünglich eine in den Jahren 1680-1682 erbaute Friedhofskapelle des Pestfriedhofs der Altstädter Gemeine in Wolschan (Olšany) war. Erst mit dem Ausbruch einer weiteren Pestseuche in den Jahren 1713-1714 ist die Entstehung der Kirche der Erhöhung des hl.  Kreuzes (1717-1719) verbunden, bei welcher der durch die Gemeinde der Prager Neustadt gegründete Pestfriedhof angelegt wurde. Bei der Kirche wurde eine sog. Klause, ein mit Mörtel verputzter Holzbau als Behausung eines Einsiedlers errichtet, welcher die Funktion des Küsters und des Glöckners ausübte. Die Kirche wurde im Jahre 1720 geweiht.  Später wurde eine Wohnung für den Priester angebaut und es wurde die Maria-Schmerz-Bestattungsbruderschaft mit einer Kapelle gegründet. Im Jahre 1757, als Prag von den Kämpfen des Siebenjährigen Krieges heimgesucht wurde, fiel die Kirche den siegreichen Preußen zum Opfer. Ein weiterer, schwerer Schlag waren die josephinischen Reformen, die unter anderem die Aufhebung des Eremitentums (1782) und im Jahre 1787 die Auflösung der Bestattungsbruderschaft sowie des Friedhofs brachten. Damals wurde die Kirche selbst zur Pfarrkirche, nunmehr unabhängig von der Neustädter Kirche des hl. Heinrich und der hl. Kunigunde. Es wurde das Pfarrhaus angebaut und die Pfarrgemeinde gegründet.  Pfarrgottesdienste verliefen hier bis zum Ende des Jahres 1842, als sämtliche kirchlichen Handlungen in der Kirche infolge ihres schlechten Zustands eingestellt wurden. Zur neuen Pfarrkirche wurde die Kirche des hl. Rochus gewählt. Die Maria-Schmerz-Kapelle wurde im Jahre 1890 abgerissen, an ihrer Stelle verläuft heute die Tschaikowski-Straße (Čajkovského ulice).  Mehrere Versuche um die Rettung des dem Verfall preisgegebenen Bauwerks zur Wende des 19. und 20. Jahrhunderts scheiterten aus finanziellen Gründen, sodass lediglich einige wertvolle Originalartefakte erhalten blieben. Das Objekt diente seinerzeit als Lagerraum, die Pfarre bewohnten Arme und Obdachlose, auf dem ehemaligen Friedhof entstand ein Gemüsegarten.   Im Jahre 1962 wurde der inzwischen baufällige Flügel der ehemaligen Pfarre und der Sakristei der Kirche abgerissen. Erst im Jahre 1977 wurde die Rekonstruktion in Angriff genommen, das Kirchenschiff wurde in einen Konzertsaal umgewandelt, während dem barocken Bauwerk ein moderner Anbau mit dem Ausstellungssaal Atrium hinzugefügt wurde. In der Mitte des quadratischen Atriums befindet sich an der Stelle des einstigen gezimmerten Brunnens ein Brunnen in Gestalt einer Muschel aus der Werkstatt von Jindra Viková, Peter Oriešek und Pavel Baňka. Die Plastik Sitzendes Mädchen ist ein Werk von Jan Bartoš. Über dem Eingang zum Atrium blickt auf die Ankommenden das Kleinkind (Mimino) des Künstlers David Černý herab. 

 Als im Jahre 1879 die Generalüberholung der zweiten Pfarrkirche des hl. Rochus begann, entstand der Bedarf würdiger Ersatzräume, das Žižkov bereits mehr als 20 000 Einwohner, überwiegend Katholiken, hatte. Im selben Jahre wurde der Verein für die Errichtung einer katholischen Kirche in Žižkov gegründet. Der Grundstein der künftigen Kirche des hl. Prokop auf dem Sladkovský-Platz (Sladkovského náměstí) wurde im Oktober 1898 gelegt, die feierliche Weihe fand im Jahre 1903 statt. Eine weitere, bedeutende katholische Kirche ist die im Jugendstil gehaltene, im Jahre 1911 geweihte Kirche der hl. Anna, die unter der Verwaltung des römisch-katholischen Pfarrsprengels bei St. Prokop steht. Neben der Žižkover katholischen, seelsorgerischen Verwaltung gehört die Herz-Jesu-Kirche pfarrrechtlich zu Vinohrady (Weinberge), während die Kirche des hl. Adalbert (Vojtěch) in der Straße Na Balkáně zu Karlín (Karolinenthal) gehört.

Nach der Entstehung der Tschechoslowakischen Republik (1918) bot sich auch in Žižkov Raum für die Entstehung von Kirchen, Kapellen und  Andachtsräumen nichtkatholischer Konfessionen. Ihre Vertretung haben hier die Tschechoslowakische Hussitische Kirche (Československá církev husitská), die Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder (Českobratrská církev evangelická), die Brüderkirche (Církev bratrská), die Baptistische Union der Tschechischen Republik (Bratrská jednota baptistů), die orthodoxe Kirche und die Jüdische Gemeinde.

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